Bahnfahrt von Bern nach Zürich - Erlebnisbericht

Der Tag fing ja schon mal nicht so toll an. Direkt am Anfang meines Shopping-Tages in Zürich fährt mir meine morgendliche Bahn vor der Nase weg. Alles Ärgern brachte nichts – ich stieg in den nächsten Zug, der anstatt einer guten Stunden Fahrzeit gleich mal fast 20 Minuten länger brauchte.

Kaum hatte die die Bahn Bern hinter sich gelassen, erhaschte der Blick aus dem Abteilfenster Wald, welcher förmlicher vorüberflog.

Ich nutzte die Gelegenheit und sah mir meine Mitreisenden an. Da war eine Mutter mit drei Kindern, die einen leichten überforderten Eindruck machte. Im Sitzabteil mir schräg gegenübersaß eine Dame, die sich im fortgeschrittenen Alter befand, aber einen sehr luxuriösen und wohlhabenden Eindruck machte. Sie war in einen Bestseller vertieft. Ansonsten war der Waggon leer.


Der Rote Pfeil - historischer Zug

Da fiel mir ein, dass auch ich für die Fahrt mir eine Lektüre eingepackt hatte. Die nächsten Minuten frönte ich also den Helden meines Buches.

Bei Kirchberg wurde meine Lesung von einem Tunnel unterbrochen. Im etwa 300 Meter langen Tunnel war für die Zuggäste ein Panorama aufgemalt, welches hinter der Tunnelmauer eine idyllisches Emmental mit einer Hügellandschaft, Wiesen und Wäldern vermuten ließ.

Die Fahrt ging weiter durch den Kanton Solothurn. In Dulliken fuhr der Zug in den Bahnhof ein und gewährte interessierten Passagieren den Zu- oder Ausstieg. Soweit ich das beurteilen konnte, nahm niemand diese Gelegenheit wahr.

Während ich auf die Weiterfahrt wartete, konnte ich durch das Fenster einen Blick auf einen Militärshop gegenüber des Bahnhofs werfen. Ebenso sollte nebenan von dem Geschäft wohl irgendwann einmal ein Wohnpark entstehen.

Die Bahn ruckelte weiter und nahm Fahrt auf. Das offenbar jüngste der Kinder der überforderten Mutter fing bitterlich an zu weinen und die Betreuungsperson hatte allerhand Mühe darauf angemessen zu reagieren. Ich versuchte derweil mich wieder auf meine Lektüre zu konzentrieren, was allerdings nur schwerlich gelang. Mein Blick glitt derweil aus dem Fenster, an lesen war bei dem Radau nicht zu denken, und stellte fest, dass ich immer mehr Industrie sah und immer mehr Wohnhäuser hinter Schallschutzglas verbarrikadiert wurden je näher wir Zürich kamen. Ein paar Minuten später war die Zugfahrt auch schon geschafft.

Kultur pur und Shopping-Schock

Nachdem ich in Zürich den Zug verlassen hatte, begab ich mich direkt zu einem Bankautomaten. Schließlich konnte man ohne Geld schlecht shoppen.

Außerhalb des Bahnhofs begrüßte mich die Sonne und steigerte zugleich meine Laune.


Ein virtueller Gang über die Bahnhofsstraße

Zürich ist vor allem für seine sehr gut erhaltene Altstadt bekannt, welche rechts und links der Limmat liegt. Meinen Bummel startete ich vom Bahnhof aus in der Bahnhofstraße. Hier reihen sich alle möglichen Laden- und Geschäftsgebäude aneinander. Obwohl es noch relativ früh am Morgen und mitten in der Woche war, herrschte auf der Bahnhofstraße reges Treiben. Ich bestaunte die diversen Schaufenster und schlenderte gemütlich die Straße entlang. Schneller als gedacht kreuzte dann auch schon die Abzweigung zur Augustinergasse. Hierbei handelt es sich um eine wunderschöne historische Gasse, die mit zahlreichen bunten Erkern einlädt. Staunend und fasziniert von den bunten Erkern und deren Gebäude flanierte ich die Gasse entlang und landete am Ende wie von selbst bei der St. Peterskirche. Dieses Gotteshaus war die erste Pfarrkirche Zürichs und lockt heute mit Europas größtem Turmziffernblatt zahlreiche Touristen. Von der St. Peterskirche ist es nur ein Katzensprung bis zum Lindenhof. Der Lindenhof lädt stets zu Begegnungen und Entspannung ein. Die Linden bieten im Sommer schattige Plätze und die Schachtische verführen zu der einen oder anderen Partie. Nach einem Blick auf die Uhr war ich erstaunt, wie viel Zeit bereits vergangen war, und entschied mich dazu mich wieder meinem eigentlichen Vorhaben zu widmen.

Viele Geschäfte lockten mich auf der Shoppingmeile und an einigen Schaufenstern drückte ich mir minutenlang die Nase platt. Und plötzlich passierte es. Ein junger Mann auf einem Skateboard riss mir meine Handtasche von der Schulter und entschwand geschwind die Straße entlang. Es war alles weg: Handy, Ausweis, Geld.

Schon kam eine Verkäuferin aus dem Laden gestürmt, die den Diebstahl mit angesehen hatte und fragte, ob mir etwas passiert sein. Zusammen betraten wir das Geschäft und riefen die Polizei an. Die Wartezeit, bis diese eintraf und ich eine Anzeige aufgeben konnte, verkürzte mir die freundliche Dame mit einer Tasse Kaffee.

Ich war am Boden zerstört und auch die netten Beamten der Polizei gaben mir wenig Hoffnung. Mit hängendem Kopf verließ ich das Geschäft und trottete Richtung Bahnhof. Auf einmal viel mein Blick auf einen Goldankauf. Da fiel mir meine goldene Armbanduhr ein und ich versetzte diese kurzerhand zu einem guten Preis. Ein Kunde der aus dem Goldankauf Zürich gerade herauskam meinte, dass das Unternehmen zu den besten in Zürich gehört. Also hab ich sicher nichts falsch gemacht.

Nachdem ich nun wieder Geld in der Tasche hatte, kehrte ich beim Zeughauskeller ein. Dieses traditionelle Restaurant ist in einem historischen Gebäude untergebracht und ich genoss sowohl das Essen als auch die Atmosphäre.

Gut gestärkt ließ ich es mir danach dennoch gut gehen in Zürich und gönnte mir auch das ein oder andere modische Kleidungsstück. Für den Lousi Vuitton Store, der in direkter Nähe zu dem Goldankauf Zürich liegt reichten meine Franken dann aber doch nicht mehr.